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ID: 233Nach einem langen Marsch durch die von der Sommersonne durchfluteten Laubwälder fanden unsere Glücksritter schließlich eine ruhige, friedliche Stelle für ihr Nachtlager. Die hoch gewachsenen Bäume bildeten einen dichten Baldachin, der sie vor den letzten Strahlen der Sonne schützte, und das sanfte Rauschen der Blätter verlieh dem Ort eine trügerische Ruhe. Mit geübten Handgriffen errichteten sie ihr Lager, entzündeten ein kleines Feuer und machten sich bereit, die Nacht in diesem stillen Wald zu verbringen, dessen Dunkelheit sie an einem Ort der Ungewissheit hielt.

Gwynwen, die tief mit der Natur verbunden war, beschloss, die Umgebung nach Kräutern zu durchsuchen. Ihre Bewegungen waren lautlos wie die eines Geistes, und ihr Blick blieb stets wachsam. Doch trotz aller Bemühungen fand sie lediglich eine kleine Menge Wirselkraut – ein nützliches, aber unspektakuläres Heilkraut, das in dieser Gegend zu finden war. Während sie weiter suchte, ergriff sie jedoch ein merkwürdiges, beinahe unheimliches Gefühl. Es war, als hätte die Natur ihren Atem angehalten. Die Wälder, die sonst voller Leben und Bewegung sein sollten, schienen wie erstarrt zu sein, als befänden sie sich im Winterschlaf, obwohl der Sommer in seiner vollen Pracht stand.

Währenddessen entschloss sich Grimbald, der pragmatische Zwerg, auf die Jagd zu gehen und seine wilden Instinkte zu nutzen, um etwas Wild zu erlegen. Er stapfte mit fester Entschlossenheit durch den Wald, bewaffnet mit seiner Armbrust und voll Zuversicht, ein stattliches Tier zu fangen. Doch sein Kettenhemd, das er im Eifer des Gefechts vergessen hatte abzulegen, verursachte bei jedem Schritt ein lautes Klirren, das alle Tiere in der Nähe in die Flucht schlug. Grimbald fluchte leise, als er schließlich ohne Beute, aber mit einem gehörigen Frust, in das Lager zurückkehrte. Im Lager wurde er von seinen Gefährten mit belustigten Blicken und schüchternem Gelächter empfangen.

Die Nacht zog still und ohne Zwischenfälle heran. Zwischen verhaltenen Gesprächen und leichten Scherzen sorgte der abwechselnde Wachdienst dafür, dass die Gruppe sicher durch die Dunkelheit kam. Der Laubwald schützte sie, bot Ruhe und Frieden, doch in der Ferne schien der Wind eine unaussprechliche, geheimnisvolle Botschaft zu flüstern.

Rettung aus dem Käfig

Am nächsten Tag setzten die Glücksritter ihre Reise fort. Die Sonne brach mit goldenen Strahlen durch die Baumwipfel und tauchte den Weg in ein sanftes Licht, doch die idyllische Atmosphäre hielt nicht lange an. Nach einigen Stunden stießen sie auf eine Szene, die ihre Stimmung trübte: Zwei Goblins bewachten einen grob gezimmerten Holzkäfig, in dem ein hochgewachsener Mann saß. Sein Gesicht zeigte eine Mischung aus Ärger und Resignation, doch hinter seinen Augen blitzte eine tiefe Entschlossenheit und ein ungebrochener Wille.

Die Abenteurer überlegten nicht lange. Grimbald, der ungeduldige Zwerg, riss seinen Hammer hoch und stürmte mit einem wütenden Schrei auf die Goblins zu. Der ohrenbetäubende Kampfschrei ließ die beiden Kreaturen so sehr erschrecken, dass sie ihre Waffen fallen ließen und sich vor Angst beinahe in ihre Hosen machten. Farnion und Gwynwen blieben im Hintergrund, ihre Bögen gespannt, während sich ihre Finger um die Sehnen der Bögen legten. Tödliche Pfeile flogen durch die Luft und fanden ihre Ziele mit einer präzisen, beinahe unheimlichen Eleganz.

Währenddessen, im Käfig, ließ der Gefangene, der sich später als Rotang vorstellte, keine Gelegenheit verstreichen. Mit erschreckender Willenskraft brach er die morsche Tür seines Käfigs auf, schwang seine Axt in einem kraftvollen Schwung und stürmte auf die Goblins zu. Mit einem einzigen, wuchtigen Hieb spaltete er den ersten Goblin beinahe in zwei Teile. Der zweite Goblin hatte keine Chance, zu fliehen, bevor er von den präzise gezielten Pfeilen der Gruppe niederstreckt wurde.

Rotang der neue Begleiter

Rotang stellte sich als Holzfäller vor, ein einfacher Mann von imposanter Statur und rustikalem Charme. Mit einem schelmischen Grinsen erklärte er, dass er den Goblins wohl nur wegen eines kleinen Umwegs in eine Taverne in die Hände gefallen war – der Umweg war wohl ein Becher zu viel gewesen. Dankbar für seine Rettung bot er an, die Gruppe zu begleiten, und nahm ein neues Ziel und eine neue Hoffnung in ihrer Mitte ein.

Mit Rotang als neuem Begleiter setzten die Glücksritter ihren Weg fort. Das Ziel ihrer Reise – der geheimnisvolle Turm Thar Nurinai – lag irgendwo im Norden, und mit jedem Schritt wuchs die Spannung in ihren Herzen. Doch auch die dunkle Ahnung, dass finstere Mächte ihnen bereits auflauerten, legte schwere Schatten auf ihre Gedanken.

Nach kurzer Zeit erreichten die Helden einen schmalen, aber tiefen Fluss. Um ihn zu überqueren, fällten sie zwei Bäume und legten diese als improvisierte Brücke über das Wasser. Die Stämme waren rutschig und der Fluss zog mit starker Strömung, was die Überquerung gefährlich und unsicher machte. Einige balancierten geschickt von einem Stamm zum anderen, während andere ungeschickt abrutschten und prustend ins kalte Wasser fielen. Mit nasser Kleidung, aber guter Laune erreichten alle das andere Ufer, wo sie sich ein herzhaftes Lächeln und ein paar ausgelassene Scherze über das Missgeschick gönnten, bevor sie ihre Reise fortsetzten.